

Achillodonie
Achillodonie
Lieber Patient, lieber Kunde, lieber Partner,
Im Folgenden, möchten wir dir eine grobe Übersicht über das
Krankheitsbild „Achillodonie“ geben. Wir möchten dir anhand
unserer jahrelangen Erfahrungen eine Basis bieten, sich im
Vorfeld der möglichen Therapie bereits mit der Tiefe dieses
Krankheitsbildes zu beschäftigen. Zudem möchten wir dich
darüber aufklären, welche Möglichkeiten es im Alltag gibt um
Schmerzen zu vermeiden oder diesen entgegenzuwirken und
wie ein gesunder und bewusster Lebensstil das
Schmerzempfinden positiv beeinflussen kann.
Achillodonie bezeichnet ein Schmerzsyndrom im Bereich der
Achillessehne, das eine Entzündung der Sehne selbst
(Tendinopathie) oder des umliegenden Gewebes umfasst. Es
ist die häufigste Ursache für Fersenschmerzen bei körperlich
aktiven Menschen, kann jedoch jeden betreffen.



INHALTSVERZEICHNIS
01 Diagnose bei Achillodonie
02 Symptome bei Achillodonie
03 Wie entsteht Achillodonie
04 Selbstmanagement bei Achillodonie
05 Ernährung bei Achillodonie
06 Was kann man bei Achillodonie im Physiopark ewarten?
SYMPTOME
Typisch für eine Achillodynie sind Schmerzen im Bereich der
Achillessehne, die insbesondere bei Belastung auftreten oder sich
unter Belastung verstärken. Zu den häufigen Beschwerden gehören:
Schmerzen beim Gehen, Laufen oder Springen
Anlaufschmerzen nach längeren Ruhephasen
morgendliche Steifigkeit der Achillessehne
Druckempfindlichkeit bei der Palpation
Schwellung oder Verdickung der Sehne
Schmerzen bei Wadenheben oder anderen Übungen, die die
Achillessehne belasten
verminderte Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit
teilweise zunehmende Beschwerden bei steigender Trainingsbelastung
Charakteristisch ist, dass die Beschwerden häufig mit der Belastung
der Achillessehne zusammenhängen. Die Schmerzintensität kann
dabei von Tag zu Tag variieren. Eine vollständige Ruhigstellung ist
deshalb nicht grundsätzlich erforderlich; vielmehr spielt eine
angepasste und schrittweise gesteigerte Belastung eine wichtige
Rolle in der Rehabilitation.
DIAGNOSTIK
Die Diagnose einer Achillodynie bzw. Achillessehnen-Tendinopathie
erfolgt in erster Linie klinisch. Entscheidend sind eine typische
Schmerzlokalisation an der Achillessehne, belastungsabhängige
Beschwerden und eine eingeschränkte Belastbarkeit der Sehne.
Häufig berichten Betroffene über Schmerzen bei Aktivitäten wie
Gehen, Laufen, Springen oder Treppensteigen. Bei der körperlichen
Untersuchung werden unter anderem die Achillessehne abgetastet
und Schmerzen bei Belastung, beispielsweise bei einbeinigen
Wadenheben, überprüft. Auch eine Verdickung oder Schwellung
der Sehne kann auftreten.
Grundsätzlich wird zwischen einer Midportion-Tendinopathie und
einer insertionalen Tendinopathie unterschieden. Bei der
Midportion-Form liegen die Beschwerden typischerweise einige
Zentimeter oberhalb des Fersenbeins, während die insertionale
Form unmittelbar am Ansatz der Achillessehne am Fersenbein
auftritt.
Eine Ultraschalluntersuchung oder MRT ist nicht bei jeder
typischen Achillodynie zwingend erforderlich. Bildgebung kann
jedoch hilfreich sein, wenn die Diagnose unklar ist, andere
Erkrankungen ausgeschlossen werden sollen oder eine
interventionelle Behandlung geplant wird.
WIE ENTSTEHT...
Eine Achillodynie entsteht häufig durch ein Missverhältnis zwischen der
Belastung der Achillessehne und ihrer aktuellen Belastbarkeit. Die
Achillessehne muss bei Aktivitäten wie Laufen, Springen oder schnellen
Richtungswechseln hohe Kräfte übertragen. Wird die Belastung
beispielsweise durch eine deutliche Steigerung des Trainingsumfangs oder
der Trainingsintensität plötzlich erhöht, kann die Sehne überfordert werden.
Dabei handelt es sich nicht einfach um eine klassische akute Entzündung. Bei
einer länger bestehenden Tendinopathie werden unter anderem
Veränderungen der Kollagenstruktur, der Sehnenzellen und der
extrazellulären Matrix beschrieben. Der Begriff „Tendinopathie“ wird deshalb
heute bevorzugt gegenüber einer rein entzündlich verstandenen „Tendinitis“
verwendet.
Mögliche begünstigende Faktoren sind beispielsweise:
schnelle Steigerung von Trainingsumfang oder -intensität
ungewohnte sportliche Belastungen
häufiges Laufen oder Springen
unzureichende muskuläre Belastbarkeit
wiederholte hohe Belastung ohne ausreichende Anpassungszeit
Veränderungen der Trainings- oder Alltagsbelastung
höheres Alter bzw. altersbedingte Veränderungen der Sehnenstruktur
Wichtig ist dabei, dass die Entstehung meist multifaktoriell ist. Es lässt sich
nicht immer ein einzelner Auslöser identifizieren.
SELBSTMANAGEMENT
Das Selbstmanagement bildet einen wichtigen
Bestandteil der Behandlung. Ziel ist nicht, die
Achillessehne möglichst vollständig zu schonen, sondern
die Belastung so zu steuern, dass sich die Belastbarkeit
der Sehne langfristig verbessert. Progressive
Belastungsübungen gelten als zentraler Bestandteil der
Rehabilitation bei Achillessehnen-Tendinopathie.
Belastung anpassen
Bei einer akuten Verschlechterung sollte zunächst
überprüft werden, welche Aktivitäten die Beschwerden
besonders stark provozieren. Aktivitäten wie Sprinten,
Bergauflaufen, Springen oder intensive Laufintervalle
können vorübergehend reduziert werden.
Eine vollständige Sportpause ist jedoch nicht zwangsläufig
notwendig. Belastungen sollten vielmehr entsprechend der
aktuellen Verträglichkeit angepasst und anschließend
schrittweise wieder gesteigert werden. Entscheidend ist
dabei die Reaktion der Beschwerden auf die Belastung,
insbesondere innerhalb der folgenden 24 Stunden. Ein
solches Vorgehen wurde auch in Studien zu progressiven
Belastungsprogrammen verwendet.
Progressive Kräftigung
Ein wesentlicher Bestandteil des Selbstmanagements ist die
schrittweise Kräftigung der Wadenmuskulatur und
Achillessehne. Je nach Rehabilitationsphase können
beispielsweise folgende Übungen eingesetzt werden:
Isometrisches Wadenheben
Die Ferse wird angehoben und die Position für einige
Sekunden gehalten.
Beidbeiniges Wadenheben
Langsames Anheben und Absenken der Fersen.
Einbeiniges Wadenheben
Steigerung der Belastung auf die betroffene Seite.
Progressive Belastungssteigerung
Beispielsweise durch zusätzliche Gewichte oder
anspruchsvollere Varianten.
Später: Sprung-, Lauf- und sportspezifische Belastungen
Diese werden erst integriert, wenn die Sehne die vorherigen
Belastungsstufen gut toleriert.
Die Rehabilitation sollte somit nicht ausschließlich aus
exzentrischen Übungen bestehen. Moderne Programme
nutzen verschiedene Formen der progressiven
Sehnenbelastung und steigern diese abhängig von Schmerz,
Funktion und Belastbarkeit.
Umgang mit Schmerzen
Schmerzen während der Rehabilitation bedeuten nicht
automatisch, dass die Sehne weiter geschädigt wird.
Entscheidend ist vielmehr die Gesamtreaktion auf die
Belastung. Eine Belastung sollte so gewählt werden, dass
die Beschwerden kontrollierbar bleiben und sich nicht
dauerhaft deutlich verschlechtern.
Alltag und Sport
Betroffene sollten ihre Alltags- und Sportbelastungen
möglichst aktiv steuern. Sinnvoll kann beispielsweise sein,
vorübergehend weniger zu laufen oder zu springen und
stattdessen Aktivitäten mit geringerer Sehnenbelastung
durchzuführen. Anschließend sollte die ursprüngliche Aktivität
schrittweise wieder aufgebaut werden.
Ein wichtiger Bestandteil des Selbstmanagements ist daher, die
eigene Belastungsreaktion zu beobachten und die
Trainingsdosis entsprechend anzupassen.
Fersenkeile
Fersenkeile können die Belastung der Achillessehne
vorübergehend verändern und bei manchen Betroffenen eine
Symptomreduktion ermöglichen. Die wissenschaftliche Evidenz
ist jedoch nicht eindeutig.
Eine randomisierte Studie aus dem Jahr 2021 fand bei einer
Midportion-Achillessehnen-Tendinopathie nach zwölf Wochen
bessere Ergebnisse mit Fersenkeilen als mit ausschließlich
exzentrischem Training; der Unterschied lag jedoch knapp
unter der vorher festgelegten klinisch relevanten Schwelle.
Eine neuere randomisierte, placebokontrollierte Studie aus dem
Jahr 2025 zeigte ebenfalls eine statistische Schmerzreduktion
durch Fersenkeile, der Unterschied gegenüber der
Kontrollgruppe war jedoch klein und erreichte nicht die vorab
definierte klinisch relevante Größenordnung. Die Autoren
unterstützen Fersenkeile deshalb nicht als primäre Behandlung
der Achillessehnen-Tendinopathie.
Geduld und langfristige Belastungssteigerung
Die Rehabilitation einer Achillodynie kann mehrere Wochen bis
Monate dauern. Ein wichtiger Bestandteil des
Selbstmanagements ist deshalb eine langfristige Perspektive.
Die Belastbarkeit der Sehne sollte schrittweise aufgebaut
werden, anstatt kurzfristig möglichst schnell zur
ursprünglichen Trainingsintensität zurückzukehren.
ERNÄHRUNG BEI...
Welche Rolle spielt die Ernährung bei Achillodynie?
Als Achillodynie werden Schmerzen im Bereich der Achillessehne bezeichnet, die häufig durch wiederholte oder zu hohe Belastungen entstehen. Besonders betroffen sind Menschen, die viel laufen, springen oder ihre sportliche Aktivität schnell steigern.
Die Ernährung kann Achillessehnenbeschwerden nicht allein behandeln. Eine ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung versorgt den Körper jedoch mit wichtigen Bausteinen, die er für den Erhalt von Muskulatur und Gewebe benötigt. Sie kann damit eine sinnvolle Ergänzung zur physiotherapeutischen Behandlung und zum gezielten Belastungsaufbau sein.
Gesunde Ernährung bei Achillodynie
Ausreichend Eiweiß
Eiweiß liefert wichtige Aminosäuren, die der Körper für den Erhalt und Aufbau von Muskulatur sowie für die Erneuerung von Gewebe benötigt. Gerade bei sportlich aktiven Menschen ist eine ausreichende Eiweißversorgung wichtig, um die Regeneration und den Muskelerhalt zu unterstützen.
Gute Eiweißquellen sind beispielsweise:
Fisch und mageres Fleisch
Eier
Quark, Skyr und Joghurt
Hülsenfrüchte wie Linsen, Bohnen und Kichererbsen
Tofu und andere Sojaprodukte
Nüsse und Samen
Sinnvoll ist es, Eiweiß regelmäßig über den Tag verteilt aufzunehmen.
Vitamin C für die Kollagenbildung
Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung bei. Kollagen ist ein wichtiger Bestandteil des Bindegewebes und spielt auch für die Struktur der Achillessehne eine Rolle.
Vitamin-C-reiche Lebensmittel sind beispielsweise:
Paprika
Kiwi
Beeren
Orangen und andere Zitrusfrüchte
Brokkoli
Rosenkohl
Eine abwechslungsreiche Ernährung hilft dabei, den Körper ausreichend mit Vitamin C zu versorgen.
Gemüse und Obst
Gemüse und Obst liefern zahlreiche Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Sie tragen zu einer ausgewogenen Ernährung bei und unterstützen wichtige Stoffwechselprozesse.
Empfehlenswert ist eine abwechslungsreiche Auswahl verschiedener Sorten, beispielsweise Brokkoli, Tomaten, Karotten, Blattgemüse, Beeren und saisonales Obst.
Hochwertige Fette
Fette sind ein wichtiger Bestandteil einer gesunden Ernährung. Dabei lohnt es sich, bevorzugt Lebensmittel mit ungesättigten Fettsäuren zu wählen.
Dazu gehören beispielsweise:
Olivenöl und Rapsöl
Walnüsse
Lein- und Chiasamen
Avocado
Fettreicher Seefisch wie Lachs oder Hering
Omega-3-Fettsäuren sind Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung. Sie können beispielsweise durch regelmäßigen Fischkonsum oder geeignete pflanzliche Lebensmittel aufgenommen werden.
Ausreichend Energie aufnehmen
Besonders bei sportlich aktiven Menschen ist eine ausreichende Energiezufuhr wichtig. Wer dauerhaft zu wenig Energie aufnimmt, kann die Regeneration und die körperliche Leistungsfähigkeit beeinträchtigen.
Auch bei einer Achillodynie sollte deshalb darauf geachtet werden, dass die Ernährung den individuellen Energiebedarf deckt. Eine unnötig starke Kalorienreduktion ist während einer intensiven Trainings- und Rehabilitationsphase nicht empfehlenswert.
Ausreichend trinken
Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützt zahlreiche Körperfunktionen und ist wichtig für die körperliche Leistungsfähigkeit.
Wasser und ungesüßte Getränke sind eine gute Wahl. Bei regelmäßigem Sport sollte besonders darauf geachtet werden, den Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen auszugleichen.
Was sollte man eher reduzieren?
Eine gesunde Ernährung bedeutet nicht, auf bestimmte Lebensmittel vollständig verzichten zu müssen. Sinnvoll ist es jedoch, stark verarbeitete Lebensmittel, große Mengen Süßigkeiten und zuckerhaltige Getränke sowie einen hohen Alkoholkonsum möglichst zu reduzieren.
Im Mittelpunkt sollte eine abwechslungsreiche Ernährung mit überwiegend nährstoffreichen und möglichst wenig verarbeiteten Lebensmitteln stehen.
Ernährung und Bewegung gehören zusammen
Die Ernährung allein kann Achillodynie nicht beseitigen. Entscheidend ist vor allem, die Belastung der Achillessehne angemessen zu steuern und ihre Belastbarkeit gezielt wieder aufzubauen.
Eine individuell abgestimmte Physiotherapie und ein progressives Krafttraining können dabei helfen, die Sehne schrittweise an die Anforderungen des Alltags und des Sports heranzuführen. Die Belastung sollte dabei an die Beschwerden und den jeweiligen Heilungsverlauf angepasst werden.
Eine ausreichende Energie- und Nährstoffversorgung schafft eine gute Grundlage, um den Körper während dieses Prozesses zu unterstützen.
Fazit
Eine spezielle „Achillodynie-Diät“ gibt es nicht. Wichtig ist eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Eiweiß, viel Gemüse und Obst, hochwertigen Fetten und einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr.
Eine gute Nährstoffversorgung, angepasstes Training und eine gezielte physiotherapeutische Behandlung bilden gemeinsam eine sinnvolle Grundlage, um die Regeneration zu unterstützen und die Belastbarkeit der Achillessehne langfristig zu verbessern.
Was kann man im Physiopark...
In unserer Praxis erstellen wir einen individuellen
Rehabilitationsplan, bei dem das Widerstandstraining das
Fundament der Behandlung bildet:
Kinesiotherapie:
Wir wenden einen modernen Ansatz an, der
exzentrische Übungen (z. B. Alfredson-Protokoll) sowie das Training
mit hoher Widerstandsintensität (HSRT – Heavy Slow Resistance
Training) kombiniert. HSRT besteht aus langsamen Bewegungen
unter hoher äußerer Belastung, was eine stärkere Stimulation der
Kollagenfasern zum Umbau ermöglicht und die
Widerstandsfähigkeit der Sehne gegenüber alltäglichen
Belastungen schneller wiederherstellt.
Manuelle Therapie:
Wir nutzen die Mobilisation der Weichteile, um
Spannungen zu verringern und die Bewegungsqualität zu
verbessern.
Unterstützende Physiotherapie:
Bei Bedarf setzen wir Methoden
mit nachgewiesener Wirksamkeit ein, wie z. B. die
Stoßwellentherapie, welche Heilungsprozesse bei chronischen
Tendinopathien unterstützt.
Behandlungsdauer
Die Achillodynie ist ein chronisches Krankheitsbild. Der Heilungsund
Umbauprozess der Sehne erfordert Geduld und Systematik –
er dauert in der Regel 3 bis 6 Monate in der Zusammenarbeit mit
einem Physiotherapeuten.
Ihr Körper kann sich anpassen –
unterstützen Sie ihn dabei.
Mit Wissen, Bewegung und der richtigen
Begleitung können Sie Ihre Beschwerden
aktiv beeinflussen.